{"id":660,"date":"2026-07-05T09:00:00","date_gmt":"2026-07-05T09:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/ict.kzu.ch\/index.php\/2026\/07\/05\/mit-den-augen-der-andern-vom-5-juli-2026\/"},"modified":"2026-10-19T10:54:46","modified_gmt":"2026-10-19T08:54:46","slug":"mit-den-augen-der-andern-vom-5-juli-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ict.kzu.ch\/index.php\/2026\/07\/05\/mit-den-augen-der-andern-vom-5-juli-2026\/","title":{"rendered":"\u00abMit den Augen der andern\u00bb"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Gedanken zu Perspektiven<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Wochenende beherbergten wir wie alle Jahre G\u00e4ste aus Manchester und Umgebung. Im Rahmen unseres Immersionsprogramms laden wir jeden Sommer pro Schule zwei Leute ein \u2013 es ist ein Dankesch\u00f6n f\u00fcr die Arbeit, die an den sechs Partnerschulen, \u00fcbrigens unentgeltlich, f\u00fcr unsere Immersionsklassen geleistet wird. F\u00fcr uns, die Schweizer Organisatoren, ergibt sich dabei auch immer die Gelegenheit, unser Land ein bisschen durch die Augen der anderen zu sehen.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich berichtete an dieser Stelle letztes Jahr von unserem Ausflug in die zweitgr\u00f6sste Stadt des Kantons und den Unterschieden und Parallelen zwischen den beiden Industriest\u00e4dten Winterthur und Manchester. Vorletztes Jahr waren wir mit den G\u00e4sten auf einer F\u00fchrung in Z\u00fcrich, in einem Stadtteil unweit des Stadions Letzigrund. Eine nicht an Sport interessierte Besucherin fragte mich irgendwann, was denn die drei Buchstaben C, F und Z (in anderer Reihenfolge), die auf zahlreichen Abziehbildchen prangten, bedeuteten! Mit den Augen aus einer anderen Stadt war eben nicht klar, was hier wohl auch eingefleischten Nicht-Fans offensichtlich ist.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses Jahr picknickten wir am See in Rapperswil, als eine Besucherin, die zum ersten Mal in der Schweiz ist, mir erz\u00e4hlte, im Flugzeug habe sie etwas gesehen, was sie so nicht kenne. Ich war gespannt. Sie berichtete, da h\u00e4tten Schweizer Passagiere neben ihr eine Gurke gegessen, wie man einen Apfel esse. Also einfach so, ungesch\u00e4lt, ungeschnitten, Biss f\u00fcr Biss. Ich schmunzelte etwas und sagte ja, das komme hier vor. (Ich erkl\u00e4rte ihr dann auch das Konzept von Aromat, drang aber, wie mir schien, nicht durch.)<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Letzte Woche schaltete eine der grossen Tageszeitungen einen Artikel, in dem Redaktorinnen und Redaktoren, die urspr\u00fcnglich aus Deutschland kamen, schilderten, was sie auch nach Jahren des Lebens in der Schweiz noch anders (oder: schr\u00e4g) finden. (Ein sprachliches Beispiel, das nicht im Artikel vorkam, erlebte ich vor vielen Jahren in Deutschland. Wir waren zu Besuch in einem deutschen Seminarhotel. Der Hoteldirektor macht mit uns Schweizer_innen einen kleinen Scherz. Mitten in seiner Begr\u00fcssungsrede tat er so, als w\u00fcrde er weggehen, blieb aber in der grossen Eingangst\u00fcr des Hotels stehen. \u00abWissen, Sie, was ich grade mache?\u00bb, fragte er uns. Wir wussten es nicht. \u00abIch gehe in den Ausgang.\u00bb Haha.)<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Tats\u00e4chlich gibt es Dinge, die man f\u00fcr v\u00f6llig normal h\u00e4lt, bei denen es den Blick von aussen braucht, um \u00abes anders zu sehen\u00bb. Vor Jahren war ich zum Beispiel einmal mit einem Gast aus S\u00fcdafrika in einem Gesch\u00e4ft eines Schweizer Grossisten, nun, Mittel-Grossisten, um genau zu sein. Also Migros. Keith, der Freund, wollte wissen, wie Einkaufen in der Schweiz geht und so kam er eben mit. Wir hatten es nur bis zur Gem\u00fcseabteilung geschafft, als er in schallendes Gel\u00e4chter ausbrach. Ich war gerade daran, ein paar Bananen auf die Waage zu legen. Als er sich erholt hatte, fragte er, ob das unser Ernst sei, dass man selber wiegt und die Nummer eingibt \u2013 bei ihnen w\u00fcrde ein solches System zum sofortigen Ruin aller L\u00e4den f\u00fchren. Der gleiche Gast fand, dass unsere tempor\u00e4re L\u00f6sung, wenn Fahrspuren wegen Umbauten ge\u00e4ndert werden m\u00fcssen \u2013 diese orangen Streifen, die dann auf die Strasse geklebt werden \u2013 eine grossartige Idee sei. Ich hatte mir noch nie \u00fcberlegt, dass man das anders \u2013 oder im Falle von S\u00fcdafrika gar nicht \u2013 machen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einer Welt die, wie man immer wieder liest und h\u00f6rt, immer gleicher werde, ist es gut, ein waches Auge auf die Unterschiede zu haben. Nat\u00fcrlich f\u00fchren Teile der Globalisierung zu Einheitsbrei, aber auch in diesem gibt es manchmal Unterschiede: Die Unterschiede zwischen den Sandwiches einer weltweiten Marke f\u00fcr belegte Brote (Eselsbr\u00fccke: U-Bahn) unterscheiden sich zwar aufgrund von kulturellen oder religi\u00f6sen Pr\u00e4ferenzen (interessant, oder?), aber Design und Prozess sind schon sehr \u00e4hnlich (weniger interessant).<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den Ferien werden viele von uns, von Ihnen, liebe Leser_innen, diejenigen sein mit den anderen Augen. Ich w\u00fcnsche Ihnen wache solche, auf dass Sie Unterschiede sehen. Sie sind der Pfeffer wider den Einheitsbrei! Der Wochenbrief ruht bis nach den Sommerferien \u2013 auch die Augen des Schreibers werden in den sieben Wochen bis zum n\u00e4chsten Brief hoffentlich einiges anders sehen.<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einen sch\u00f6nen Sommer w\u00fcnscht<br\/>Roland L\u00fcthi, Rektor<\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>p.s. Das Klimadiagramm im letzten Wochenbrief war jenes von Outjo, Namibia, wo es Sommer ist, wenn es bei uns (manchmal) schneit.<\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/ict.kzu.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/260705_Wochenbrief-1.pdf\">Wochenbrief<\/a><a href=\"https:\/\/ict.kzu.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/260705_Wochenbrief-1.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gedanken zu Perspektiven: G\u00e4ste aus Manchester zu Besuch im Rahmen des Immersionsprogramms \u2013 ein Blick auf die Schweiz durch fremde Augen.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":583,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"single-hero.php","format":"standard","meta":{"_coblocks_attr":"","_coblocks_dimensions":"","_coblocks_responsive_height":"","_coblocks_accordion_ie_support":"","footnotes":""},"categories":[12],"tags":[],"class_list":["post-660","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-wochen-news"],"featured_image_src":"https:\/\/ict.kzu.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/foto_kzu_6c0c164bd2b597ee32b68b8b5755bd2e-1.jpg","author_info":{"display_name":"admin","author_link":"https:\/\/ict.kzu.ch\/index.php\/author\/kato\/"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ict.kzu.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/660","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ict.kzu.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ict.kzu.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ict.kzu.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ict.kzu.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=660"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/ict.kzu.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/660\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1559,"href":"https:\/\/ict.kzu.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/660\/revisions\/1559"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ict.kzu.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/583"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ict.kzu.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=660"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ict.kzu.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=660"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ict.kzu.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=660"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}